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Paddling by train
Norwegen
Unser letztes Projekt dreht sich um klimabewusstes Reisen und nachhaltiges Abenteuer. Es ist möglich Erlebnisse wie diese zu erfahren, ohne in ein Flugzeug steigen zu müssen.
Ein Kajak-Adventure zu erleben, indem man in einen Zug steigt, schien wie ein Widerspruch in sich zu sein, doch im Sommer 2020 wurde aus viel Planen und unvorhersehbaren Änderungen eine unvergessliche Reise. Es zog uns den Norden, in eine der atemberaubendsten Gegenden Europas. 
Eine Gegend gefüllt mit Landschaften, die, trotz ihrer Ähnlichkeiten, unterschiedlicher nicht hätten sein können: von Bucht zu Bucht, von Insel zu Insel, von Fjord zu Fjord offenbarte sich eine Vielfalt an Augenschmäusen, stellenweise so zahlreich, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen sind. 
Dabei waren Wind, Regen, Wellen und Sonne unsere ständigen Wegbegleiter von Bergen nach Lysebotn (Norwegen): Vom kleinsten Lüftchen bis zu Ehrfurcht erregenden Böen. Von vereinzelten Tropfen zu endlos scheinenden Ergüssen. Vom frohlockenden Schaukeln zur Nussschale auf weiter See.
Uns wurde die Ehre zu teil, Tieren nahe zu kommen, die uns so aus unserem Konzept brachten, dass sich meist vor allem im Nachhinein Überraschung zu Faszination wandelte. Wale, Delfine, Roben und Adler wurden zu Vertrauten und begleiteten uns in den Süden.
Neben vielen Eindrücken absoluter Überwältigung, wäre ein Abenteuer wohl ohne missliche Situationen als solches kaum zu benennen. In diesen Momenten wurden wir mit offenen Armen aufgenommen und im Maße des Möglichen unterstützt. Aus Begegnungen wurden Freundschaften und jede missliche Lage ist jetzt unsere beste Story.
Nach fast einem Monat paddeln sind wir unzählige Erlebnisse, Fotos und Videoaufnahmen reicher. Diese wollen wir mit Euch erneut durchleben und Euch in eine Welt mitnehmen, fern ab vom Alltag: an Orte, deren Soundtrack das Kreischen der Möven ist und an denen das tosende Meeres einen daran erinnert, wie weit man doch von daheim weg ist.
Weiter unten findet ihr Informationen warum wir uns gegen eine Flugreise entschieden haben. 
Danke an unsere Partner, ohne denen dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre:
Warum seid ihr nicht einfach mit dem Flugzeug geflogen?
Wir wollen die Umwelt und das Klima für die nächsten Generationen erhalten. Bei einer Überschreitung der 1,5°C Erderwärmungsgrenze sind die Folgen des Klimawandels nicht mehr zu kontrollieren. Alle 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention haben diesem Ziel im 2015 Paris-Protokoll zugestimmt. (1)
Das österreichische Ziel für 2019 wurde laut aktueller Treibhausgas-Bilanz nicht erreicht. Die tatsächlichen Emissionen dieser Sektoren liegen bei rund 50,2 Mio. Tonnen und damit um ca 1,9 Mio. Tonnen über dem für 2019 gültigen Zielwert von 48,3 Mio. Tonnen. (2)
Die Europäische Union hat nun auch bereits die nächste Zieletappe bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Treibhausgasemissionen sollen um zumindest 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. (3)
Aus heutiger Sicht wird Österreich auf Basis der bisher verbindlich umgesetzten Maßnahmen, diese Klimaziele deutlich verfehlen und muss mit einer Kompensationszahlung von über 9 Milliarden Euro rechnen. Österreich war schon in der Vergangenheit im Treibhausgas-Emissionen Schnitt Europas, einer von sechs EU-Saaten die im Zeitraum 1990-2017 ihre Emissionen nicht reduziert haben. (4)
Der Hauptverursacher der Treibhausgase-Emissionen im Nicht-Emissionshandelsbereich ist der Verkehr. Fast die Hälfte wurde im Jahr 2018 diesem Sektor zugeschrieben. (4)
Jeder hat die Möglichkeit sich im Alltag, aber auch bei der nächsten Reise, für das umweltfreundlicherer Verkehrsmittel zu entscheiden.
Im Vergleich zum Schnellzug oder Fernbus produziert ein Flugzeug pro 100km mehr als das siebenfache des Co2 Ausstoßes. (5) Wir haben auf unserer Reise statt 1479 Kilo Co2 pro Person 176,9 Kg Co2 pro Person verursacht. Das ist weniger als ein Achtel des Co2-Ausstoßes, den wir mit einer Flugreise verursacht hätten. 
Die 1479 Kilo Co2 hätte der billigste Flug zu der Zeit produziert. Dieser wäre von Wien aus über Warschau nach Bergen geflogen. Zurück hätte unsere Reise uns über Oslo und Bukarest nach Wien geführt. Außerdem hätte er uns nur ein Drittel gekostet. 
Im Vergleich dazu hat jeder Mensch nur insgesamt ein Klimakonto von 2000kg CO2 pro Person. (6) Aber in Wirklichkeit produziert ein Einwohner Deutschlands durchschnittlich 7,9 Tonnen Kohlendioxid. (7)
Jeder und Jede kann etwas mit seinem/ihrem Verhalten und Kaufentscheidungen verändern. Wir hoffen auf eine stärkere Klimapolitik und eine gerechtere Versteuerung von Flugreisen. 

Wenn ihr aktiv werden wollt, schaut doch bei protectourwinters.at oder flightfree.world vorbei.
Hier könnt ihr euch euren Co2 Fußabdruck ausrechen: www.co2-rechner.at

Quellen:
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